Achtung, diese Zeichnung ist die Meinung eines einzelnen Mitglieds unserer Loge, der Inhalt muss nicht die Meinung aller Mitglieder der Loge zur Deutschen Burg wiederspiegeln! 
I.
In seinem Buch "Die Kultur des Neuen Kapitalismus" befasst sich der Amerikaner Richard Sennett mit dem Aspekt der zerfallenden Gemeinschaften in unserem gegenwärtigen Umfeld.[1]
Gemeinschaft kann nur schwer entstehen,
- wenn der Wettbewerb in der Arbeitswelt immer stärker wird,
- wenn die beruflichen Verpflichtungen ausschließlich den Rhythmus des Leben bestimmen,
- wenn die beruflichen Zwänge des Wechsels immer wieder auch zur Verlagerung des privaten Lebensumfelds zwingen.
Sennett spricht von "instabilen, fragmentierten sozialen Beziehungen" ( das Miteinander von Menschen hat keinen sicheren Bestand mehr.
Und der beschreibt den "Idealmenschen", der sich unter diesen Bedingungen gut entwickelt.
Dieser Mensch muss die folgenden drei Eigenschaften haben:
Er muss erstens mit "kurzfristigen Beziehungen und am besten mit sich selbst zu Rande kommen". Da er keinen stabilen Rahmen hat, muss er ohne konstantes Ichgefühl auskommen, sondern sich situationsbezogen neu definieren.
1. Ergebnis: Der Mensch braucht Charaktereigenschaften eines Chamälions.
Unter dem Aspekt der Qualifikation führt Sennet zum zweiten aus, dass der Mensch ständig neue Fertigkeiten und Fähigkeiten entwickeln muss. Nur: Das führt zu einer Entwertung der vollbrachten Leistungen im Leben und im Beruf.
Damit geht auch der Respekt vor Erfahrungen, Alter und Weisheit verloren. Erbrachte Leistung und erworbener Status stehen grundsätzlich zur Disposition.
2. Ergebnis: Ein verschwimmendes Rollengefüge führt zur Verunsicherung im Miteinander.
Drittens entsteht für den Idealmenschen die Notwendigkeit, Gewohnheiten und Liebgewordenes schnell zu verwerfen, wenn das Umfeld es als erforderlich erscheinen lässt.
Der Mensch erscheint wie ein gehetztes Tier, das "ständig nach Neuem sucht und dafür selbst noch völlig intakte alte Güter wegwirft."
3. Ergebnis: Die Verlässlichkeit und damit auch das Vertrauen schwinden.
Es wäre falsch, diese einseitig verstärkten menschlichen Eigenschaften nur mit erhobenem Zeigefinger anzuklagen; sie sind eine Begleiterscheinung der auch positiven Aspekte unserer modernen Welt.
Aber festzustellen ist: In diesem Umfeld schwindender Stabilität und abnehmenden Vertrauens entstehen nur noch erschwert Freundschaft und Verbundenheit ( eben Gemeinschaft.
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