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Gewerkschaften im Wandel und deren Bedeutung in der Arbeits- und Sozialpolitik
 
 
Achtung,
dieser Vortrag ist die Meinung des Referenten, der Inhalt muss nicht die Meinung aller Mitglieder der Loge zur Deutschen Burg wiederspiegeln!

Duisburger Loge als Forum für kritische Auseinandersetzung mit einem gesellschaftsrelevanten Thema.


  Freimaurerlogen können ein Forum für die Auseinandersetzung mit gesellschaftsrelevanten Themen sein ohne als Institution eine Meinung zu vertreten. Die soll jedem einzelnen freigestellt bleiben. Die Logen können damit einen Beitrag zum Gedanken-, Erfahrungs- und Meinungsaustausch leisten. Im Dialog können neue Erkenntnisse gewonnen werden, z. B. über die Sichtweise anderer Menschen. Dabei kann man seine eigene Sichtweise überprüfen und unter Umständen ändern. Wichtig dabei: Die Meinung anderer ist zu tolerieren.

Der Vortrag im Rahmen des Projektes der Ruhrgebietslogen „Kulturhauptstadt 2010“ zum Thema „Gewerkschaften im Wandel – deren Bedeutung in der Arbeits- und Sozialpolitik“ am 18. Juni 2010 in der Freimaurerloge Zur Deutschen Burg erfüllte den oben formulierten Anspruch.
Der Referent des Abends, Frank Hantke, der seit vielen Jahren für die Friedrich-Ebert-Stiftung tätig ist und wie kein anderer am Aufbau und der Entwicklung von gewerkschaftlichen Strukturen in Ost-Europa mitgewirkt hat, überzeugte auf der einen Seite mit einen klaren Plädoyer für die Gewerkschaften. Er schärfte auf der anderen Seite dennoch den kritischen Blick auf die aufgezeigten historischen Entwicklungen und den heutigen Zustand der Gewerkschaften.

Mit der Darstellung von Chancen und Perspektiven, wenn Gewerkschaften den Wandel in der Arbeits- und Sozialpolitik pro-aktiv mitgestalten, gab Frank Hantke sei-nem Vortrag eine beachtliche Würze, die auch reichlich Stoff für die anschließende von Peter Heyden moderierte Diskussionsrunde hergab.
„Das war ein gelungener Abend“, war die einhellige Meinung von Gästen und Brüdern der Loge. Und nicht zuletzt auch der Referent – dem an dieser Stelle nochmals Dank für sein Engagement gezollt sei - zeigte sich sichtlich zufrieden mit dem Verlauf des Vortragsabends.

Für den schnellen Überblick  seien hier einige Aussagen bzw. Schlagzeilen zusammengestellt, die der Referent mit Hintergrundinformationen „unterfüttert“ hat:

Kollektive Interessenvertretungen sind in modernen Staaten notwendig
Gewerkschaften sind notwendige Interessenverbände, die kollektiv die Interessen der Be-schäftigten vertreten. Auch die Arbeitgeber sind in Interessenverbänden organisiert. Beide ermöglichen die jeweilige Interessenlage „mit einer Stimme“ und damit mit mehr Gewicht, aber auch mehr Berechenbarkeit in die politischen Diskussionen einzubringen. So haben beide Interessengruppen mit ihren Verbänden auch eine „Ordnungsfunktion“ inne.

Parteiunabhängig und bereit Verantwortung mit zu übernehmen
Gewerkschaften haben sich nach dem 2. Weltkrieg als parteiunabhängige Interessenver-bände wiedergegründet. Damit einher ging auch ein weitergehender Gestaltungsanspruch: Nicht nur die Regelung betrieblicher Fragen, sondern Mitgestaltung der wirtschafts- und sozialpolitischen Rahmenbedingungen. Damit wollen sie auch die (teilweise) Verantwor-tung für die Familien der Beschäftigten übernehmen und damit gesellschaftspolitisch mitwirken.

Interessenausgleich – zuweilen erzwungen aber immer im Dialog
Gewerkschaften haben in den vergangenen 60 Jahren in (West-)Deutschland eine große Mitverantwortung für die wirtschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse getragen. Natürlich oft auch in der Auseinandersetzung. Unbestreitbar ist es doch, dass die Interessen ver-schiedener gesellschaftlicher Gruppen auch verschieden sein müssen. Gewerkschaften haben aber immer zum Dialog (zurück-)gefunden bzw. haben (durch Streik oder Andro-hungen zum Streik) auch oft den Dialog erzwungen. Ein Dialog von Partnern auf gleicher Augenhöhe ist notwendige Voraussetzung für tragfähige Kompromisse.

Auch im 21. Jahrhundert ähnliche Rahmenbedingungen
Probleme haben sich tendenziell verändert, Gewichte haben sich verlagert und Herausfor-derungen stellen sich anders dar. Geblieben sind jedoch:
  • Unterschiedliche Interessen in einer pluralen Gesellschaft,
  • Die Notwendigkeit für eine lebendige Demokratie, dass Interessen aktiv wahrge-nommen werden, aber auch,
  • Die Verpflichtung aller Beteiligten, im Dialog zu bestmöglichen und ausgewoge-nen Ergebnissen zu kommen und diese aktiv mit umzusetzen

Heute aber mehr denn je notwendig: Erkenntnis gemeinsamer Interessen
Die Möglichkeiten für Interessenorganisationen, gemeinsame Interessen auszuloten und temporäre „Koalitionen“ einzugehen, sind nicht ausgeschöpft. Dazu ist es notwendig, aus altem Lagerdenken herauszukommen und nüchtern jeweilige Themenfelder zu analysieren und fragen: Was könnten wir gemeinsam umsetzen? Gelingt dies, finden sich erstaunliche (Denk-)Möglichkeiten, z.B.:
Klein- und Mittelunternehmen gemeinsam mit Gewerkschaften für eine bessere Förderung der KMU. Gründe z.B.:

  • Innovationsfähigkeiten noch verbessern
  • Qualifizierung für die Zukunft
  • Abbau der Benachteiligung gegenüber großer und multinationaler Unternehmen durch nationale und internationale Politik



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