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Meine Erwartungen an die Freimaurerei und wie sie sich bisher erfüllten
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Achtung, diese Zeichnung ist die Meinung eines einzelnen Mitglieds unserer Loge, der Inhalt muss nicht die Meinung aller Mitglieder der Loge zur Deutschen Burg wiederspiegeln! 
Vor meiner Aufnahme in den Bund der Freimaurer am 01.02.2008 war meine
Hoffnung groß, mit Hilfe der Freimaurerei, den Antworten auf die
Fragen, die ich mir in ruhigen Momenten oftmals stellte, näher zu
kommen. Fragen wie z.B.:
- Wie/Wer bin ich?
- Bin ich überall der Selbe?
- Wie will ich sein?
- Was ist mir wichtig?
- Warum muss ich mir diese Fragen überhaupt erarbeiten, warum kenne ich mich so wenig?
- Wie kann ich mich verbessern?
- Wie kann ich mein Umfeld positiv beeinflussen?
- Wie führe ich ein Glückliches Leben?
- Worin liegt die Schwierigkeit stets nach den mir wichtigen Werten zu handeln?
- Warum sehe ich überhaupt Bedarf etwas zu ändern?
- Was ist der letzte Sinn meines Lebens?
- Wie lerne ich mich besser kennen?
- Was ist richtig was ist falsch? ….und wer sagt das?
- Wie kann mir das Ritual und die Fülle an Symbolik helfen mich selbst zu erkennen und mein Leben im Alltag nach meinen Wertvorstellungen zu gestallten?
- Wie können mir meine Brüder eine Hilfe sein?
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird es in meinem Leben nicht bei der einmaligen Beantwortung dieser Fragen und den daraus gewonnenen Erkenntnissen bleiben, vielmehr bedarf es einer regelmäßigen Überprüfung.
Viele dieser Fragen, die sich schon viele Menschen vor mir gestellt haben, lassen sich und davon bin ich überzeugt, auch mit anderen Wegen als Freimaurerei individuell beantworten. Ich entschied mich es mit der Freimaurerei zu probieren, weder ich noch ihr wusstet ob das gut geht.
Vor dem Entschluss einen Aufnahmeantrag zu stellen, gab es bei mir weniger ein logisches Abwägen von Pro und Kontra Argumenten, als eher das Gefühl hier eine Gemeinschaft vorgefunden zu haben, in der jeder für Sich im regen vertrauensvollen Austausch miteinander nach Antworten zu den Fragen sucht, die ihn beschäftigen. Wichtig erschien mir dabei keine dogmatischen Antworten vorzufinden, stattdessen eine heterogene Gemeinschaft von Männern unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher sozialer und religiöser Herkunft, die sich Brüder nennen und zu den unterschiedlichsten Erkenntnissen gelangen. Diese Erkenntnisse und Ansichten werden dann in einem vertrauten Gespräch, miteinander sowie jeder für sich, reflektiert.
Das Ritual war die große Unbekannte, jedoch verließ ich mich auf mein Gefühl welches mir sagte das ich euch vertrauen kann, schließlich bekam ich denselben Vertrauensvorschuss in Form einer hellleuchtenden Kugelung. Bestärkt wurde dieses Vertrauen durch den letzten Satz im Anschreiben meines Bürgens: „Ich versichere Dir im Namen der guten, gerechten und vollkommenen Freimaurerloge „Zur Deutschen Burg“ im Orient zu Duisburg, dass die Aufnahmezeremonie nichts beinhaltet, was Deiner persönlichen Würde oder Deinem religiösen Bekenntnis entgegenstehen würde.“
Die Werkzeuge die mir bei meiner Aufnahme in die Hand gegeben wurden sind der 24 zöllige Maßstab und der Spitzhammer. Der Maßstab um mich anzuhalten, meine Zeit im Alltag, in der Familie, im Beruf und bei der Arbeit an meinem rauen Stein möglichst sinnvoll einzuteilen. Der Spitzhammer um meine Fehler, Laster und Unzulänglichkeiten abzustellen bzw. die Ecken meiner Unvollkommenheit abzuschlagen.
Nach meiner Aufnahme machte ich mich also an die Arbeit und versuchte nach und nach das Ritual und die Symbole auf mein Leben zu übertragen, nun das viel mir nicht so leicht, zumal es für mich immer wieder einer Überwindung bedarf um mir die „Ecken der Unvollkommenheit“ an meinem „Rauen Stein“ genauer anzusehen, um in mich zu schauen. Zum einen weil ich mich nach den Verpflichtungen des Alltags in Familie und Beruf oft lieber weniger anstrengenden Dingen zuwendete, als einer Unterhaltung mit mir selbst und zum anderen weil ich dort neben den Dingen die ich mag, eben auch Dinge finden könnte, die mir missfallen. Nun kam hinzu die „Arbeit am Rauen Stein“ mit Werkzeugen zu beginnen die ich nie zuvor in der Hand hielt.
Voller Euphorie und Neugierde begann ich die Arbeit mit der Lektüre der mir bei meiner Aufnahme überreichten Schriften, jedoch stellte ich fest, dass die Lektüre allein nicht ausreichte, um ein besserer Mensch zu werden. Die größte Schwierigkeit bestand darin die Werkzeuge sinnvoll einzusetzen.
Stress im Alltag dient mir allzu oft als Ausrede, er ist die Folge von äußeren Umständen, die ich zum Teil selbst beeinflussen kann. Also was kann ich tun um Stress zu vermeiden und um mir das Gefühl überfordert zu sein und meine Pflichten nicht mehr ausreichend erfüllt zu bekommen, zu ersparen?
Meine Arbeit in der Wechselschicht + Nebenjob und die Bemühungen ein guter Vater dreier Kinder, von denen eins nicht bei mir lebt, zu sein, waren lange und sind auch heute noch oft eine Ausrede für fehlende Zeit in mich zu schauen. Oft bleibt zu wenig Zeit für Sport, gemeinsame Zeit mit meiner Frau sowie mit Freunden und dem Rest der Familie.
Allzu oft wenn die Arbeit vorbei war und die Kinder schliefen, fehlte die Entschlossenheit sich noch mal eben zu reflektieren. Entspannter war und ist es auch heute noch oft, im Internet zu surfen, den Fernseher einzuschalten, ein spannendes Buch zu lesen oder sich anderweitig mit Oberflächlichkeiten berieseln zu lassen. Schnell ist es mitten in der Nacht, ich bin müde und hab noch immer nicht mit der Arbeit am „Rauen Stein“ begonnen.
Als erstes musste ich also Prioritäten setzen um die Vorraussetzungen dafür schaffen, ungestört und mit wachem Verstand mit der Arbeit beginnen zu können.
Im „Buch des Lehrlings“ der Schweizer Großloge Alpina fand ich eine sinnvolle Möglichkeit für den Einsatz meines 24-zölligen Maßstabs, um die Zeiteinteilung auch für ernste Betrachtungen nicht zu kurz kommen zu lassen, nämlich die Zeit vor dem Schlafen gehen zu nutzen. Immer öfter gelingt es mir nun die Ruhe zu finden etwas früher ins Bett zu gehen und mich 15-20 Minuten in meditativer Form mit dem vergangenen Tag zu befassen und über mein Verhalten in verschiedenen Situationen auf der Arbeit gegenüber Arbeitskollegen und Patienten sowie in der Familie oder im Freundeskreis nachzudenken und das Winkelmass an meinen rauen Stein anzulegen. Es ist erstaunlich was man dabei über sich erfährt, auch wenn es nicht immer erfreulich ist. Fragen die ich mir dabei, neben den oben genannten immer wieder stellte waren:
- Hast du richtig gehandelt?
- Wie würde ich mich an der Stelle meines Gegenübers fühlen?
Erkenntnisse über die Unebenheiten meines Steins sind die Vorraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit an demselben, denn nur so weiß ich an welcher Stelle ich den Spitzhammer ansetzen muss.
Um diese Erkenntnisse zu vertiefen, komme ich nicht daran vorbei mir auch die Steine meiner Brüder sowie das Verhalten meiner Mitmenschen anzuschauen. Schon vor meiner Aufnahme beeindruckte mich der meist respektvolle Umgang untereinander sowie das offenherzige, vorbehaltlose Zugehen auf Gäste der Brüder Freimaurer. Während meiner Zeit als euer Bruder veränderte sich mein Eindruck nicht auch wenn es sicherlich im einzelnen auch hier Probleme unter den Brüdern gibt oder gab, entmutigen diese mich nicht. Ich selbst konnte schon viel vom Leben in dieser Loge mit nach draußen nehmen. Auch wenn es den jeweiligen Brüdern im einzelnen nicht bewusst ist, dient ihr Stein mir oft als Vorbild um ihn mit meinem Stein zu vergleichen, nicht um ihn zu kopieren, sondern um zu sehen wo ich den Spitzhammer an meinem Stein vielleicht auch noch ansetzen muss, damit er sich in den Bau einfügen kann.
Der Aufforderung „Erkenne dich selbst!“ bin ich so gut ich konnte nachgekommen, die Freimaurerei war mir dabei eine Hilfe, jedoch stehe ich mir selbst noch oft im Weg.
Meine Erwartungen an die Freimaurerei wurden erfüllt! Meine Erwartungen an mich sind gestiegen!
Liebe Brüder, meine Zeichnung ist beendet!
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