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Mozart-Die Zauberflöte-Freimaurerei
 
 
Achtung,
dieser Artikel ist die Meinung eines Einzelnen, der Inhalt muss nicht die Meinung aller Mitglieder der Loge zur Deutschen Burg wiederspiegeln!

MOZART  -  DIE ZAUBERFLÖTE  -  FREIMAUREREI

Mozart war zeit seines Lebens Christ und  durch seine vielen  Auslandsreisen durchaus als Kosmopolit anzusehen aber auch als unpolitisch einzustufen im Gegensatz zu Richard Wagner. Er schätzte Moses Mendelssohn sehr und hatte nicht nur in der Loge jüdische Freunde. Drei seiner größten Opernlibretti erhielt er von einem Juden .

Wer Mozart veranlasste, um Aufnahme in den Bund anzusuchen, ist nicht sicher, doch darf man vermuten, dass es Freiherr von Gemmingen, Stuhlmeister der Loge "Zur Wohltätigkeit" in Wien war. Freimaurerische Kontakte pflegte Mozart schon in seiner Salzburger Jugendzeit. Seine Aufnahme findet am 14. Dezember 1784 in Wien statt.
Eine wichtige Person, Emanuel Schikaneder, regte Mozart an, eine Maschinen- und Zauberoper,  "Die Zauberflöte",  auf seinen Text zu komponieren. Schikaneder selbst spielte den Papageno. Die Oper ist ein vielschichtiges  und rätselhaftes Werk. Sie darf nicht auf die Ideen  der Freimaurerei reduziert werden, so wichtig sie sind als ein Problem der Tagespolitik: Da seit dem Regierungsantritt Kaiser Leopolds II. die Freimaurer als Anstifter der französischen Revolution, Feinde des Kaiserhauses und der Religion diffamiert wurden, hiermit den Versuch einer Rehabilitierung zu erlangen.

Mozart und Schikaneder mussten angesichts des offiziellen Verbots der Loge vorsichtig vorgehen, und die Idee  zum versteckten Lob des Ordens dürfte ihnen durch einen anderen Fall von europäischem Aufsehen nahe gelegt worden sein: die Verurteilung des Grafen Alessandro von Cagliostro durch die  Vatikanische Inquisition. Der Alchimist und Abenteurer, der durch seine Beteiligung an der "Halsbandaffäre" um Marie Antoinette zu einer vorrevolutionären Stimmung gegen das "Ancien régime" in Frankreich beitrug, war in Rom 1789 zum Tode verurteilt worden: wegen Häresie  durch Freimaurerei.

Weniger bekannt ist, dass Cagliostro selber eine ägyptische Loge gegründet und 1784 in Paris bei der Generalversammlung der Freimaurer versucht hat, sie als Einigungsloge für die widerstrebenden Tendenzen auf diesem Weltkongress durchzusetzen: vergebens. Wahrscheinlich  verdankte Cagliostro seine Inspiration der gleichen Quelle wie Ignaz von Born : dem Roman Äthos des Abbé Jean Terrasson (1731) den Matthias Claudius  1777 als Geschichte des Königs Sethos übersetzt hatte.

Kann demnach die Namensähnlichkeit zwischen Sarastro und Cagliostro und dem persischen Priester Zarathustra ein Zufall sein? In einem anonym veröffentlichem Pamphlet wäre die Figur des Tamino Kaiser Joseph II.  , Pamina das österreichische Volk, Sarastro kein anderer als Ignaz Born (Gründer der Wiener Loge), die sternflammende Königin die Kaiserin Maria Theresia, der farbige Monostatos schließlich ein Zerrbild  für den katholischen Klerus. Schikaneder setzt eine Flugmaschine für die drei Knaben ein.

Einflüsse kann die Rätsel der Zauberflöte auflösen, doch ihre wechselseitige Induktion verdeutlicht, dass die Zauberflöte nicht als Mysterium der "teutschten Oper " konzipiert war, sondern vorrangig als Zeitstück. Mozart vertont alles mit gleichem Interesse. Nicht die Verteilung der Wertunterschiede auf bestimmte Personen ist das Anliegen seiner Musik, sondern die Weckung unseres Interesses  für diese  Personen und ihre Widersprüche. So wechseln ja die drei Knaben ebenso ungeniert das ideologische Lager wie der schwarze Sklave Monostatos: ohne dass Mozart mit der Musik Moral predigen würde.

Die Logenbrüder Mozart und Schikaneder waren sich, sorgloser in dieser Beziehung als etwa Goethe, ihrer fortschrittlichen Position als Freimaurer bewusst.                    

Mozart stirbt nach neuesten medizinischen Erkenntnissen an einer Bleivergiftung durch Einnahme von Medikamenten.

Br. Herbert-M. Glamm