Achtung, dieser Text ist der Auszug aus einem Presseartikel, der Inhalt muss nicht die Meinung aller Mitglieder der Loge zur Deutschen Burg wiederspiegeln! 
Geht hinaus in die Welt ...
Politik und Freimaurerei muß kein Widerspruch sein
Deutschland wählt. Das politische Personal ist in diesen Tagen häufiger denn je im TV zu bewundern. "Christiansen", von Insidern der Berliner-Szene als "die Göttliche" gepriesen, lädt Sonntags zum volkstümlichen Politikspektakel. "Brüllbude" schimpfen Kritiker über Deutschlands beliebteste Politiksendung der Republik. Der Bundestagspräsident beklagt die Rolle eines Nebenparlaments. Doch mit dabei sind die Selbstdarsteller am Ende nur all zu gerne : Parteichefs, Strategen, Gewerkschafter, Moralisten, TV-Philosophen.
Schade, dass zum Beispiel der Großmeister noch nicht mit von der Partie war. Er hätte, stellvertretend für uns, der Republik mehr zu sagen, als die üblichen Verdächtigen.
Gehört einer, der für die Freimaurerei sprechen und auftreten kann, auf die große Bühne? Ins Fernsehen? In die Brüllbude?
Ja, warum denn nicht? Politik und Publikum würden von etwas mehr Weisheit, Schönheit und Stärke heutzutage doch ungemein profitieren!
Mit welchen Recht kritisieren wir die politische Kultur, wenn wir erleuchtete Geister uns dem öffentlichen Diskurs entziehen?
Politik und Meinungsmacher mühen sich ab mit der Suche nach Antworten auf die quälenden Fragen der Zeit Wie kann man einen Konsens in unserer zerstrittenen, misstrauischen Gesellschaft erreichen? Wie kann eine ehrliche Integration von Migranten erreicht werden? Wie begegnen wir der Intoleranz religiöser Fundamentalisten? Wie gelingt es ein positives Klima in unserem oft griesgrämigen Land zu erzielen?
Alle entscheidenden Kräfte der Republik von Parteien bis Kirchen ringen um Orientierung. Vor allem junge Menschen suchen verzweifelt nach Werten. Wie anders wäre die Hysterie um den Tod von Johannes Paul II und die Einsetzung seines Nachfolgers zu verstehen ? Heute begeistert Benedikt Millionen Jugendlicher. Diesen Erfolg erzielt der deutsche Papst mit durchweg ungemütlichen Thesen und nicht mit einfachen Wahrheiten. Nicht die Aufklärung, sondern der Glaube erlebt eine Renaissance.
Auch die "Königliche Kunst" hätte der Sinn suchenden Gesellschaft viel zu bieten. Wir verfügen über eine Jahrhunderte alte Erfahrung, wie man unterschiedlichste Gruppen und Interessen zusammenbringt. Wir wissen was Religionen verbindet und kennen Wege ihre Trennungen zu überwinden. Dabei ist die freimaurerische Weisheit vom Leben, eine moderne und zugleich traditionell europäische und überkonfessionelle Weltanschauung.
Leider gehört die Freimaurerei nicht zu den entscheidenden Kräften des Landes. Unsere Stimme wird nicht gehört.
In den Medien kommen wir nicht vor ( und wer nicht vor kommt, der geht unter. Schuld daran ist nicht etwa die Ignoranz der schnöden Welt. Wir selbst tragen die Verantwortung für die Bedeutungslosigkeit der Bruderschaft, wenn wir unser Licht unter den Scheffel stellen.
Freimaurer in Deutschland sollten ganz selbstbewusst ihr Verhältnis zur Gesellschaft
neu definieren. Es gibt keinen Grund unser Licht vor der profanen Welt zu verbergen. Die Arkandisziplin lehrt uns das Geheimnis der Einweihung und das des vertraulichen Gesprächs zu hüten, sie lehrt nicht uns in Tempeln vor der Gesellschaft zu verstecken. Der Tempel ist der stille Ort, jenseits von Raum und Zeit, in dem sich in Abgeschiedenheit vom Lärm der Welt unsere geistige Entwicklung und Erhebung vollzieht. Die Loge aber ist der Ort an dem wir ( die "Eingeweihten" ( der Welt begegnen und aktiv zu ihrer Gestaltung beitragen. Nur handelnd kann die Einweihung für die Gesellschaft nutzbar gemacht werden.
Auch ich genieße das "süße Leben" des Logenalltags, selbst wenn das "Dolce Vita" gelegentlich zur "Via Dolorosa" wird. Was uns hier an schönen spirituellen Erlebnissen, nebst hier und da unersprießlichen Menscheleien auf höchst gegensätzliche Weise geboten wird, reicht eigentlich ganz und gar aus die Freizeit sinnvoll auszufüllen.
Hin und wieder wird es jedem Bruder so gehen, dass er die Loge verflucht, weil sie eben nicht himmlische Harmonie, sondern irdisches Konfliktfeld ist. Fast immer aber liebt man sein Loge; weil es keinen vergleichbaren Ort und keine vergleichbaren Erfahrungen gibt. So bietet die Loge eine Heimat des guten Gesprächs, also den "dritten Ort": ein Ort der Begegnung, irgendwo in der Mitte zwischen Arbeitsplatz und dem Kreis der Familie, zwischen der "kalten Außenwelt" und dem "warmen Schoß".
Doch das Erlebte, erwünschte oder Erträumte müssen wir immer wieder versuchen in die Tat umsetzen. Wenn wir etwas für die Gestaltung der Gesellschaft erreichen wollen, kommen wir an der Politik nicht vorbei. Die schöne, harmonische Welt der Rituale, die anspruchsvollen Sphären der Grade und der Glanz der Hierarchien dürfen uns nicht verführen zu glauben, dass diese Welt in der Wirklichkeit von Bedeutung wäre.
Dieses schöne Spiel, das eine bessere Welt im Zusammenspiel von heiligen Zeichen und symbolischen Handlungen vorweg nimmt, ist für unsere geistige Orientierung und unser maurerisches Selbstbewusstsein ganz und gar wesentlich. Wir müssen aber acht geben, das wir es uns nicht in der schönen Welt des geistigen Tempelbaus bequem machen. Wir würden ja lediglich in einer Scheinwelt leben. Im Tempel entsteht der Bauriss einer gerechten Gesellschaft. Im Logenleben wird dieser Plan in Diskussionen, sogar Bruderzwisten, erprobt.
Wenn auch das "schöne Spiel" der Tempelarbeit Abglanz einer höheren Wahrheit ist, so ist es noch lange nicht die Wirklichkeit.
Unsere Baustelle ist der Alltag. Freimaurerei muss sich in Familie, Beruf und letztlich auch in der Politik bewähren. Dadurch würden wir den "Alten Pflichten" nicht untreu.
Auf das Verhältnis zur Politik beziehen sich ohnehin nur zwei Artikel (Alte Pflichten, Artikel II und VI, Abschnitt 2). Sie schreiben uns Enthaltsamkeit von der Parteipolitik und parteiischen Diskussion vor und empfehlen Loyalität gegenüber der staatlichen Gewalt. Ein bewährtes Rezept um das tolerante Zusammenwirken von Menschen unterschiedlichster Überzeugung zu ermöglichen. Entstanden sind die "Alten Pflichten" aber unter historischen Voraussetzungen, die mit unserer heutigen demokratischen Welt nichts mehr gemein hatten. Zur Zeit der Großlogen Gründungen gab es ohnehin nur eine Meinung, die des Staatsoberhauptes, meist des Königs. Die frühen Freimaurer wollten nicht als Umstürzler in Verruf geraten. Später, als Revolution en vogue war, standen sie im Ruf bürgerliche Aufrührer zu sein, weil sie sich an der Bewegung der Aufklärung höchst aktiv beteiligten. Im Naziregime missbrauchten nicht wenige Maurer die "alten Pflichten" und ihr Gebot der politischen Enthaltsamkeit und Staatstreue, um beim Menschenfeind ins warme Bett zu kriechen.
Mit unserer Zeit haben die "Alten Pflichten" immer weniger zu tun. Sie bleiben für uns zwar verbindlich; aber ihre Ausdeutung muss dem 21. Jahrhundert gerecht werden, damit wir nicht nur eine Gesellschaft zur gegenseitigen Bewunderung sind. Wir können den "Alten Pflichten" treu bleiben, ohne eine Sehnsucht nach dem unwiederbringbar vergangenen Gestern.
Was wir nun für die Gestaltung der Zukunft unseres Bundes brauchen sind "neue Pflichten"!
Zu diesem Pflichtenkatalog gehört unter anderem:
- Die Öffnung der Freimaurer für den gesellschaftlichen Diskurs
- Die Diskussion mit der Politik
- Die Öffnung der Logen für Themen der Allgemeinheit und für möglichst viele Menschen
- Die selbstbewusste Darstellung freimaurerischer Werte in der Öffentlichkeit
- Die selbstverständliche Repräsentation der Freimaurer in Kultur und Gesellschaft
In unserer Hochtechnisierten Zivilisation stellt sich die Frage nach dem freimaurerischen Handeln anders als noch zur Zeit von Goethe und Mozart. Während damals noch Postkutschen den Takt der Zeit angaben, surfen wir in Sekundenbruchteilen über Datenautobahnen einmal rund um den Globus. Humanität. Ist die nicht längst umgesetzt? Und wenn nicht, wendet man sich da nicht besser an die Gewerkschaft, als auch auf diese seltsamen Freimaurer zu vertrauen, die, wie Goethe sagt: "sich mühen zu wirken die Kräfte des Guten."
Auch unser frühes revolutionäres Image, mit den Brüdern Jefferson, Voltaire, Garibaldi und so fort, sind wir los. Dem Allmächtigen sei Dank! Schließlich geben wir Initiationen weiter und nicht Ideologien. Die Protagonisten der Vergangenheit sind kein Spiegelbild der heutigen Bruderschaft. Schon deshalb sollten wir sie in Frieden ruhen lassen. Aber wenn wir die seltenen Medienberichte über die real existierende Freimaurerei sehen, wird uns ein unerbittlich wahrhaftiger Spiegel vorgehalten. Die Bruderschaft wirkt doch leicht antiquiert, in etwa wie der kleine, ärmer Bruder der katholischen Kirche mit schönen Traditionen, aber mit schwindendem Einfluß. Diesem Eindruck müssen wir im Dialog mit Politik und Gesellschaft entgegenwirken.
Freimaurerische Ideale haben aber gerade in der modernen Gesellschaft ihren Wert. Informations-Highways und der universelle Markt, haben die Welt zu einem globalen Dorf macht. Für einen Freimaurer ist das ein Segen. Die Vielfalt der Kulturen in unserem Land betrachten wir als Chance. Das bedeutet nicht nur Konsum von exotischer Küche und exotischer Musik. Es bedeutet vor allem Verpflichtung und Verantwortung gegenüber dem Menschen und der Welt. Hier, im Europa der Vaterländer, genau wie gegenüber dem Gast, dem Fremden und schließlich gegenüber der Völkergemeinschaft. Deutschland hat diese wünschenswert verantwortungsvolle Haltung in jüngster Zeit eindrucksvoll bewiesen. Nach der Tsunami-Katastrophe, vor dem Golfkrieg.
Mehr davon! Was wir brauchen und deshalb fördern ist eine Perspektive, die geeignet ist, ein leidenschaftliches Engagement für unsere Demokratie hervorzubringen. Hier setzte die Politik der Freimaurer ein: Eine Völkerverbindende, internationale Idee, die den Menschen nicht nach Religionszugehörigkeit, Nationalität oder Hautfarbe trennt. Im Gegenteil, die freimaurerische Idee kennt nur ein Ziel: Menschen in gutem Sinn zusammen zu führen. Dies unterstreicht eindrucksvoll die Verfassung unserer Großloge.
Unter den "freimaurerischen Grundsätzen" wird in Artikel 2 festgehalten: "Glaubens-, Gewissens- und Denkfreiheit sind den Freimaurern höchstes Gut. Freie Meinungsäußerung im Rahmen der freimaurerischen Ordnung ist Voraussetzung freimaurerischer Arbeit."
Hüten müssen wir uns vor gefährlichen Vermischungen von politischen und persönlichen Interessen im Namen von Winkelmaß und Zirkel. Oft wird selbst von erfahrenen Brüdern leichtfertig dahin gesagt, die Freimaurerei sei selbst nicht Partei, aber es gäbe ja Freimaurer in allerlei Parteien, die schon dafür sorgten , daß freimaurerischen Ideen umgesetzt würden. Wie bitte? Diese Schattenbruderschaft möchte ich zu gerne einmal kennenlernen. Die Wahrheit ist: Es gibt sie nicht!
Und das ist gut so. Wer wollte schon eine fünfte Kolonne im Parlament? Ich bin der Auffassung, wer eine bestimmte Partei wählt, sollte auch das bekommen, was im Programm dieser Partei steht, was ohnehin selten genug geschieht, aber ganz gewiß nicht ( durch die Hintertür- Freimaurerei.
Glücklicherweise verfolgt niemand eine solche U-Boot Strategie und die Deutschen wollen auch partout kein einig Volk von Brüdern sein. Diese falschen Vorstellungen, die von vielen Mitgliedern unseres Bundes leider mit Inbrunst verbreitet werden, schüren nur alte Vorurteile. Dem einen oder anderen mag es ja eine wohlige Gänsehaut verschaffen, wenn er sich an der Phantasie erfreut, Freimaurer würden im Hintergrund ihre mächtigen Ränke schmieden und aus dem Dunkeln die Welt regieren. In Ordnung, wenn es sich um einfältige Dan Brown ( Leser handelt. Wenn es sich aber um Brüder handelt, die sich auch noch für besonders illuminiert halten, sollten diese darüber nachdenken, ob sie im richtigen Verein oder noch bei Verstand sind.
Nein, wir regieren keine Nationen, keine Städte, keine Parteien. Wir haben auch kein Regierungsprogramm; es sei denn das der Vernunft.
Halten wir uns lieber an die Wirklichkeit. Ganz nüchtern muß man bekennen:
In Deutschland ist es leider aus der Mode gekommen Freimaurer zu sein. Verantwortlich dafür ist nicht nur die, aus vielerlei Gründen beklagenswerte Geschichte der Bruderschaft im Nazi-Reich, sondern auch die Ausrichtung unseres Bundes zu einer selbstgenügsamen, zurückgezogenen Bruderschaft, die offenkundig nicht viel von sich Reden machen will. Zudem machen wir es Männern die Mitten im Leben stehen recht schwer einer Loge beizutreten. Wer eine herausgehobene berufliche Position bekleidet, oder einfach nur versucht Familie und Karriere unter einen Hut zu bekommen, kann schwerlich einmal in der Woche brav zur Loge kommen, wo verdiente Brüder Rentner beckmesserisch jedes Säumnis als Unbrüderlichkeit registrieren. Und welcher ambitionierte Manager hat Zeit ein Jahr lang Gästeabende über sich ergehen zu lassen? Haben wir dadurch die oft beschworene "Qualität" unserer Mitglieder verbessert? Ich meine: Wir sollten einige Hürden abbauen, die, für uns interessante, Männer zwangsläufig davon abhalten einer Loge beizutreten. Damit dürfen wir nicht den Wesenskern des Bundes verändern. Es bleibt unsere vorrangige Aufgabe Einweihungen weiter zu geben. Aber nicht nur an wenige Auserwählte, sondern an viele gute Männer, die dann zu noch besseren Männern werden können. Durch die Reform des Einzelnen, können wir dann auch die Gesellschaft verändern.
Wir sollten auch in Zukunft weder Parteipolitik noch Wahlkampf in den Logen zulassen. Aber über die Themen unserer Zeit müssen wir dringend reden. Wir haben dazu einen freimaurerischen Standpunkt zu vertreten, auch gegenüber der Politik und den Politikern.
Wir sollten damit ganz selbstbewußt als Freimaurer öffentlich auftreten: In Pressekonferenzen, bei Empfängen, Diskussionen, selbst im Radio und Fernsehen.
Wie kann man sich das vorstellen? Natürlich sollten wir uns nicht wie die Weisen aus dem Sorgenland aufführen und gelegentlich moralstarke Positionspapiere ins publizistische Nirgendwo versenden. Das führt zu nichts. Auch geht uns Hartz IV, oder der Visa-Untersuchungsausschuss herzlich wenig an. Aber zu Fragen der Ethik, oder den Grenzen der Toleranz in den Tagen des Terrors könnten wir durchaus wertvolle Diskussionsbeiträge liefern. Dazu müssen wir uns einem Dialog mit den gesellschaftlichen Kräften öffnen. Dabei dürfen wir nicht warten, bis jemand für uns und unsere Ansichten interessiert. Wir müssen auf die Menschen zugehen.
Für die Loge bedeutet das: Öffnet das Logenhaus! (Damit ist nicht gemeint, die Tempel der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.)
Holt die Spitzenvertreter der Gesellschaft, Protagonisten aus Parteien, Verbänden und nicht zuletzt auch aus den Kirchen und Glaubensgemeinschaften in die Logen. Nicht nur zum Jubiläum, sondern regelmäßig um Gedanken zu Zeitfragen, nicht zu Parteien-Streitfragen, auszutauschen. Nach den Anschlägen von London wären beispielsweise die Logen ein guter Ort, um über den offenen Glaubenskrieg in Europa zu sprechen. Immerhin finden in unseren Tempeln seit 300 Jahren Christen, Juden und Moslems immer wieder die Worte zu einem gemeinsamen Gebet.
Auf diesem Wege könnten wir auch unser Verhältnis zu den Kirchen in Ordnung bringen. Machen wir uns nichts vor. Im Grunde gibt es gar kein Verhältnis. Man nimmt uns schlichtweg nicht zur Kenntnis. Warum auch? Doch sowohl Kirchen, als auch die Freimaurerei verfolgen ein Anliegen: Wir bemühen uns den suchenden Menschen Lebensmodelle anzubieten, die ein planvolles Gestalten der Gesellschaft im Lichte
des Großen Baumeisters der Welten ermöglicht. Es geht ja um mehr, als das Einüben moralisch einwandfreier Grundhaltungen. Ein Dialog wäre lohnend. Auch in diesem Fall sollte man nicht darauf warten, daß Bischöfe und Prälaten bei uns anklopfen. Wir müssen uns selbst auf den Weg machen.
Wir müssen gelegentlich hinaus aus dem Tempel und hinein in die Welt.
So sagt es ja auch unser Ritual: Geht hinaus in die Welt und bewährt euch als Freimaurer!
Für die Großloge bedeutet das: Wir müssen uns mehr zeigen! Unsere Großmeister, insbesondere Br. Jens Oberheide, sind da bereits bestens aufgestellt. Doch den nun eingeschlagenen Weg müssen wir weitergehen.
Natürlich ist es für unsere Großlogen wichtig, wenn sich Großmeister mit Großmeister treffen. Auch das gehört mit zum großen und schönen Spiel. Sie sollen sich aber noch öfter mit Kanzlern, Präsidenten, Philosophen, Fraktionsvorsitzenden, Kardinälen und Bischöfen treffen. Unserem Ruf bekäme dies außerordentlich gut.
Die Repräsentanten unserer ehrwürdigen Bruderschaft sollen voller Stolz den Spitzenvertretern von Staat, Parteien, Verbänden und Kirchen auf Augenhöhe begegnen. Dazu gehört auch die Teilnahme an Empfängen, repräsentativen Terminen und Hintergrundgesprächen mit Top-Entscheidern. Immerhin stellen unsere 9.000 Mitglieder keine Kleine und unbedeutende Gruppe dar. Wir müssen uns nur hier und da in Erinnerung bringen. Seht her, die Freimaurer gibt es noch und sie sind nach wie vor ein stolzer Verband kritischer Geister! Ich bin mir sicher die Überraschung und das Interesse der Öffentlichkeit wird groß sein.
Die demokratische Gesellschaft lebt nur von Kräften, die sie selbst nicht hervorbringen kann. Die Freimaurerei kann ein Kraftquell für ein modernes Deutschland sein.
AUTOR
Rüdiger Oppers (44), seit 23 Jahren Freimaurer, Redner der Grossloge und Mitglied des Senats der V.G.L.v.D. Altstuhlmeister der Loge "Zur Deutschen Burg", Duisburg.
Beruflich ist er Unternehmenssprecher des WDR und zur Zeit in verantwortlicher Position an den Vorbereitungen der ARD für die Fussball-WM 2006 beteiligt. Neben zahlreichen ehrenamtlichen Funktionen ist er auch Mitglied der Programmkommission der Deutschen Raumfahrt.
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