Achtung, dieser Text ist der Auszug aus einem Presseartikel, der Inhalt muss nicht die Meinung aller Mitglieder der Loge zur Deutschen Burg wiederspiegeln! 
Die ehrenwerte Loge "Friedrich zur Tugend" aus Brandenburg/H. hatte gemeinsam mit dem Brandenburger Theater eine Inszenierung der Zauberflöte nach der Originalaufführung geplant. Alle Brüder haben in diese große Aufgabe viel Arbeit gesteckt. Nun das hier.
Dabei hatte die zuständige Landesministerin für Kultur, Frau Wanka, noch kurz vorher in einem Gespräch mit dem Meister vom Stuhl die Finanzierung bestätigt. Der Bruder versucht jetzt gemeinsam mit einigen Brüdern der ACGL die fehlenden 100.000,-€ in den USA zu organisieren.
Die folgenden Artikel stammen aus der Märkischen Allgemeinen Zeitung:23.02.2006 / Brandenburg/HavelPleite im Mozartjahr
Brandenburger Theater kann "Die Zauberflöte" allein nicht mehr stemmen
BENNO ROUGK
" Es ist sicher ein Armutszeugnis. Aber wir haben keine Wahl: Aus eigener Kraft bringen wir die Zauberflöte nicht mehr auf die Bühne." Bernd Kessler, Vize-Intendant des Brandenburger Theaters (BT), steckt in der Zwickmühle. Sein Haus ist im Theaterverbund der Städte Brandenburg, Potsdam und Frankfurt (Oder) für die Sparte Musiktheater verantwortlich. Im Mozartjahr sollte es "Die Zauberflöte" sein, also Mozarts bekanntestes Opernwerk, mit dem die Brandenburger glänzen wollten.
Ursprünglich sollte am 23. Juni - so verrät es das Spielplanheft - am Brandenburger Dom vor traumhafter Kulisse Premiere gefeiert werden. Doch daraus wird nichts. Zum einen, weil am Dom gebaut wird. Zum anderen - und das wiegt schwerer - weil dem Haus das Geld ausgegangen ist. Etwa 400 000 Euro kosten die Produktion und die Aufführungen der Oper im Verbund. Da das Land im Haushaltsjahr überraschend die sowieso schon knappen Mittel kürzte und weil die Opernproduktion "Hänsel und Gretel" des Vorjahres teurer war als geplant, haben jetzt die Theaterverantwortlichen die Notbremse gezogen.
"Es fehlen über 100 000 Euro. Wir hatten bisher zum Glück nur ganz wenige Verträge mit Sängern unterschrieben", sagt Kessler. Und auch die Vertragsunterzeichnung mit dem Regisseur Kai Kunze stand noch aus. Da das BT über kein Ensemble verfügt, muss jeder Solist, jeder Chorsänger, jeder Tänzer und jeder Techniker per Vertrag für jede einzelne Produktion an das Haus gebunden werden.
Das macht die Aufführungen so teuer. Kessler: "Da das Budget gleich bleibt oder sinkt und die Tariferhöhungen nie ausgeglichen werden, haben wir schon vor zwei Jahren davor gewarnt, dass zwischen 2007 und 2009 der Produktionsetat weg sein wird." Doch die Warnungen verhallten ungehört. Statt dessen wurde den Brandenburgern in den Theatervertrag geschrieben, sie hätten jährlich fünf Produktionen zu liefern, die dann den Verbundpartnern zur Verfügung gestellt werden müssten.
Mit Tricks und kleinen Besetzungen, einer Rockoper, der Cabarett-Produktion ohne das eigene Orchester und die Hänsel-und Gretel-Aufführung in Kooperation mit der Rheinsberger Kammeroper, gelang es den Theatermachern zumindest am Ball zu bleiben. Doch "Die Zauberflöte" sollte nun erstmals eine Brandenburger Produktion werden, die auf allen Bühnen des Verbundes mit der gleichen Ausstattung ohne Probleme auf vergleichbaren Bühnen gespielt werden sollte. Denn in Potsdam wird in diesem Jahr das neue Theater eingeweiht, dessen Drehbühne die fast selben Maße hat wie die Bühnen in Brandenburg und Frankfurt (Oder). Das Mozartstück sollte das Brandenburger Geschenk zum Neubau werden.
Derzeit ist man am BT händeringend darum bemüht, einen Ersatz zu finden. Wie Kessler und Intendant Christian Kneisel bestätigen, laufen Verhandlungen mit der Berliner Musikhochschule "Hanns Eisler", um von dort eine Produktion der Zauberflöte zu übernehmen, die in Berlin im Mai erstmals im Studiosaal der Musikhochschule aufgeführt wird. Andras Prohaska, Regieprofessor an der "Hanns Eisler", bestätigt den Kontakt: "Wir sind in Verhandlungen. Man kann sagen: wir sind verlobt." Nur bei den Finanzen und den Aufführungsterminen habe man noch keine Einigkeit erzielen können.
Wunderbare
Stimmen
Das BT möchte am 11. August starten, die Gesangsschüler sind dann aber in den Semesterferien oder bei Meisterkursen. Auch der Chor der Humboldt-Universität, mit dem die Berliner Produktion arbeitet, ist in den Ferien. "Ende August wäre uns lieber, aber mit einem verlockenden Betrag" könne man den Chor schon ködern, sagt Prohaska.
Dass seine Solisten den ursprünglich für die Brandenburger Opernproduktion geplanten Sängern qualitativ nachstünden, schließt der Professor kategorisch aus: "Wir haben wunderbare Stimmen." Ein Problem seien allenfalls die vielen jungen koreanischen Sänger: "Die haben ein paar Probleme mit dem Dialog." Kessler sieht auf das Brandenburger Theater, dessen Orchester die Berliner Produktion begleiten soll, in Zukunft weitere, ähnlich gelagerte Probleme zukommen. Dass die Brandenburger Bühne bald nur noch ein Bespiel-Theater ist, kann er nicht ausschließen. Doch dagegen werde man sich stemmen. Die Zusammenarbeit mit Musikhochschulen könnte seiner Ansicht nach ein Weg sein, dem drohenden Bedeutungsverlust des BT entgegen zu wirken.
23.02.2006 Allein gelassen
BENNO ROUGK
Das Brandenburger Theater ist finanziell nicht mehr in der Lage, die einzige Opernproduktion der Spielzeit aus eigener Kraft zu stemmen. Und das nicht etwa, weil die Intendanten schlecht wirtschaften. Im Gegenteil: Zum Jahresende 2005 hatten sie gut 80 000 Euro mehr eingenommen als ursprünglich geplant. Nein, die Katastrophe droht, weil man dem Theater vom Land und von der Stadt nicht genug Geld gibt, um überhaupt vernünftig arbeiten zu können. Wer nun glaubt, dass sich angesichts dieser Bankrotterklärung lauter Widerstand regt, der irrt. Der Aufsichtsratsvorsitzende Friedrich von Kekulé, die Fördervereine, das Orchester samt Vorständen, die Intendanten und der Orchesterchef - sie alle leiden still vor sich hin. Ruhe gilt als erste Bürgerpflicht. Doch wohin soll das führen? Wie lange will man noch tatenlos zusehen, wie dem vormals stolzen Stadttheater der Atem genommen wird? Oberbürgermeisterin Tiemann hat versprochen, sie werde 2006 ihren Arbeitsschwerpunkt auf die Kultur verlagern. Da ihrer Kulturbeigeordneten Hübner das BT herzlich egal zu sein scheint, sollte sie ihr Versprechen schnell einlösen. Sonst gibt es bald nichts mehr, worauf man seine Kraft verwenden könnte.
|